H-G-L Aktuell
Wieso ist es, wie es ist?

Eine simple Frage, die mein Denken und Handeln fundamental verändert hat!
Wir Menschen sind wahre Meister darin, blitzschnell Kausalitäten herzustellen. Wir erkennen ein Problem, ziehen unsere Schlüsse, schlagen Lösungen vor – und falls nötig, benennen wir auch gleich Schuldige oder Helden.
Kein Wunder also, wenn die Geschäftsleitung beschliesst, ein Kulturentwicklungsprogramm ins Leben zu rufen, um das „defizitäre Mindset“ der Mitarbeitenden zu korrigieren. Schließlich haben sie sich noch nicht zu den gewünschten unternehmerischen Persönlichkeiten entwickelt, die Verantwortung übernehmen, neue Ideen einbringen und den dringend benötigten Innovationsschub liefern.
Die Gefahr? Ein solches Programm wird oft unbewusst als Reparaturauftrag verstanden. Mit ausgeklügelten Trainings, Selbstreflexion und Massnahmenplänen soll das Mindset „optimiert“ werden. Doch hier liegt der Denkfehler:
Menschen verhalten sich nicht einfach „falsch“. Sie verhalten sich so, wie es in ihrem Kontext Sinn ergibt.
Solange die Rahmenbedingungen dieselben bleiben, bleibt auch das Verhalten bestehen – egal, wie viele Workshops man besucht. Da nützt auch das beste Kulturentwicklungsprogramm nur im Trainingsraum, nicht aber in der Realität.
Wirkliche Veränderung entsteht nicht primär durch Mindset-Arbeit, sondern durch die Veränderung des Kontexts.
Die entscheidende Frage ist also nicht:
👉 „Wie bringen wir die Mitarbeitenden dazu, sich unternehmerischer zu verhalten?“
Sondern:
👉 „Was macht es für sie sinnvoller, sich nicht unternehmerisch zu verhalten?“
Erst wenn diese Frage geklärt und hinderliche Rahmenbedingungen beseitigt sind, kann ein Entwicklungsprogramm echten Impact haben. Das erfordert Mut – den Mut, nicht an Symptomen herumzudoktern, sondern die Muster dahinter zu erkennen und zu verändern.
Probier es aus: Stell dir die Frage, warum die Dinge in deinem Umfeld genau so sind, wie sie sind.
Die Antwort darauf könnte dein Denken nachhaltig verändern.
Viel Erfolg & Inspiration!
Herbert
Berater für dynamikrobuste Organisationen